Das Wiener Saftgulasch zählt zu den absoluten Klassikern der österreichischen Küche und ist weit über die Grenzen Wiens hinaus beliebt. Mit seiner zarten Fleischstruktur, der reichhaltigen Sauce und den typischen Gewürzen begeistert es Gourmets und Hobbyköche gleichermaßen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über das Wiener Saftgulasch, seine Geschichte, Zubereitung und praktische Tipps, damit Sie das Gericht zuhause perfekt nachkochen können.
Die Geschichte des Wiener Saftgulaschs
Das Gulasch hat seine Wurzeln in Ungarn, wo es ursprünglich als einfaches Hirtenessen entstand. Mit der Zeit entwickelte es sich in Wien zu einer eigenständigen Spezialität. Das Wiener Saftgulasch unterscheidet sich vom ungarischen Gulasch vor allem durch die Verwendung von zartem Rindfleisch, eine sämige Sauce und die dezente Würze. Anders als bei der rustikalen Variante in Ungarn wird beim Wiener Saftgulasch großer Wert auf eine harmonische Balance zwischen Fleisch, Sauce und Gewürzen gelegt.
Heute gehört das Wiener Saftgulasch zu den typischen Gerichten der Wiener Wirtshausküche und wird sowohl in gehobenen Restaurants als auch zuhause gern serviert. Es ist ein Gericht, das Wärme, Gemütlichkeit und kulinarische Tradition vereint – perfekt für kalte Tage oder gesellige Abende mit Familie und Freunden.
Zutaten für Wiener Saftgulasch
Die Wahl der richtigen Zutaten ist entscheidend für den authentischen Geschmack des Wiener Saftgulaschs. Typischerweise werden folgende Zutaten verwendet:
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Rindfleisch: Am besten eignet sich Schulter, Wade oder Bug. Das Fleisch sollte mager, aber nicht zu trocken sein.
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Zwiebeln: Viele Zwiebeln sind das Herzstück der Sauce und sorgen für die charakteristische Süße.
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Paprika: Sowohl edelsüßes Paprikapulver als auch, optional, eine kleine Prise scharfes Paprikapulver für Tiefe.
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Knoblauch: Für ein dezentes Aroma, optional nach Geschmack.
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Tomatenmark: Verstärkt die Farbe und den Geschmack der Sauce.
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Rinderbrühe oder Fonds: Für die Flüssigkeit und sämige Konsistenz.
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Gewürze: Lorbeerblätter, Majoran, Salz, Pfeffer und Kümmel sorgen für die typische Würze.
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Öl oder Butterschmalz: Zum Anbraten des Fleisches und der Zwiebeln.
Optional können auch etwas Rotwein oder Bier hinzugefügt werden, um die Sauce noch reichhaltiger zu machen.
Schritt-für-Schritt Zubereitung
Die Zubereitung des Wiener Saftgulaschs erfordert etwas Geduld, wird aber mit einem intensiven Geschmack belohnt.
1. Fleisch vorbereiten
Schneiden Sie das Rindfleisch in gleichmäßige Würfel von etwa 2–3 cm. Tupfen Sie das Fleisch mit Küchenpapier trocken – so brät es besser an und behält seine Saftigkeit.
2. Zwiebeln anbraten
Zwiebeln in feine Würfel schneiden und in heißem Öl oder Butterschmalz goldbraun anschwitzen. Dies bildet die aromatische Basis für die Sauce.
3. Fleisch anbraten
Das Fleisch portionsweise in einem großen Topf kräftig anbraten, bis es rundherum gebräunt ist. So werden die Fleischsäfte versiegelt und die Sauce erhält später mehr Geschmack.
4. Gewürze und Paprika hinzufügen
Paprikapulver kurz mitrösten, damit es sein Aroma entfaltet, ohne bitter zu werden. Anschließend Tomatenmark, Lorbeerblätter und andere Gewürze hinzufügen.
5. Flüssigkeit angießen
Mit Rinderbrühe oder Fonds aufgießen, sodass das Fleisch knapp bedeckt ist. Optional etwas Rotwein hinzufügen. Alles einmal aufkochen und dann bei niedriger Hitze sanft köcheln lassen.
6. Langsam schmoren
Das Wiener Saftgulasch sollte mindestens 90 Minuten bis 2 Stunden bei niedriger Temperatur schmoren, bis das Fleisch zart ist und die Sauce sämig geworden ist. Zwischendurch umrühren und bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen.
7. Abschmecken
Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und gegebenenfalls einer Prise Zucker abschmecken. Majoran verleiht dem Gericht eine typisch österreichische Note.
Tipps für das perfekte Wiener Saftgulasch
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Fleischwahl: Hochwertiges Rindfleisch ist entscheidend. Schulter oder Bug sind besonders zart nach längerem Schmoren.
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Zwiebelmenge: Viele Zwiebeln sorgen für die süßliche Basis der Sauce und sind typisch für das Wiener Saftgulasch.
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Paprika richtig rösten: Paprika sollte nur kurz mitgeröstet werden, sonst wird er bitter.
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Geduld beim Schmoren: Niedrige Hitze und lange Garzeit sind das Geheimnis für zartes Fleisch und sämige Sauce.
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Reste aufbewahren: Wiener Saftgulasch schmeckt am nächsten Tag oft noch besser, da die Aromen Zeit hatten, sich zu verbinden.
Serviervorschläge
Das Wiener Saftgulasch kann mit verschiedenen Beilagen serviert werden. Klassische Optionen sind:
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Semmelknödel oder Kartoffelknödel: Perfekt zum Aufsaugen der köstlichen Sauce.
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Nudeln oder Spätzle: Eine leichtere Alternative zu Knödeln.
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Frisches Brot: Ideal, um die letzten Reste der Sauce aufzutunken.
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Gemüse: Gedünstetes Gemüse wie Karotten oder Paprika ergänzt das Gericht farblich und geschmacklich.
In Wien wird das Saftgulasch traditionell in Wirtshäusern mit einer Portion frischer Petersilie garniert serviert – ein echter Augenschmaus.
Wiener Saftgulasch variieren
Wer ein wenig experimentierfreudig ist, kann das klassische Rezept leicht abwandeln:
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Mit Bier: Ein dunkles Bier verleiht der Sauce eine herzhafte Note.
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Mit Pilzen: Champignons oder Waldpilze sorgen für eine zusätzliche Geschmackstiefe.
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Vegetarische Version: Für Veggies kann Rindfleisch durch Seitan oder Soja ersetzt werden, wobei die Zubereitung ähnlich bleibt.
Diese Varianten bieten Abwechslung, ohne den traditionellen Charakter des Wiener Saftgulaschs zu verlieren.
Nährwerte und gesundheitliche Aspekte
Wiener Saftgulasch ist nicht nur lecker, sondern liefert auch wertvolle Nährstoffe:
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Eiweiß: Das Rindfleisch ist reich an hochwertigem Eiweiß.
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Mineralstoffe: Eisen, Zink und Vitamin B12 tragen zur Gesundheit bei.
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Weniger Fett: Durch die Verwendung von magerem Rindfleisch und moderatem Öl bleibt das Gericht vergleichsweise leicht.
Wer auf Kalorien achten möchte, kann die Sauce mit fettarmer Brühe zubereiten und die Beilage entsprechend anpassen.
Fazit
Das Wiener Saftgulasch ist ein Paradebeispiel für die Wiener Küche: herzhaft, aromatisch und gemütlich. Mit hochwertigen Zutaten, der richtigen Würzung und ausreichend Zeit beim Schmoren gelingt Ihnen ein Gericht, das Familie und Freunde gleichermaßen begeistert. Egal, ob Sie klassische Varianten bevorzugen oder moderne Abwandlungen ausprobieren – das Wiener Saftgulasch bleibt ein kulinarisches Highlight.
Wer die Tipps zur Zubereitung beachtet, kann die traditionsreiche Wirtshausküche Wiens direkt in die heimische Küche holen. Gönnen Sie sich diesen Genuss – es lohnt sich!